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Ortsgruppen

FESU - Für eine saubere Umwelt

Covid-19 und seine Folgen haben nicht nur gesundheitlich Schaden verursacht, sondern leider auch zu deutlich mehr Müll und wilden Müllablagerungen in der Natur gesorgt. Deshalb setzen wir uns ein 'Für eine saubere Umwelt' (FESU).

Viele Menschen hat es im Lauf der Pandemie nach draußen gezogen. An Orte, die sie normalerweise nicht aufgesucht hätten. Orte, ohne Mülleimer alle 20 Meter. Orte, an denen man seinen Müll wieder mitnimmt und daheim entsorgt.

Die „Besucher“ haben diese Orte wieder verlassen – ihr Müll ist geblieben

So auch an den Ufern des Mains auf der Stecke zwischen Retzbach und Thüngersheim (Landkreis MSP & WÜ). Im Frühsommer 2020 kam es wiederholt zu derartigen Verschmutzungen an einigen Stellen, dass einige Angler & Naturschützer aus Zellingen sich zum Handeln gezwungen sahen:

„Es hat nicht mehr ausgereicht den Müll der übrigen Besucher einzusammeln und zu entsorgen. Das mache ich schon seit vielen Jahren. Aber seit der Pandemie hat die Menge derart zugenommen, dass das nicht mehr zu stemmen ist.“ so einer der Naturfreunde.


FESU wurde aus der Taufe gehoben

Mit einem hartem Kern von 3 – 5 Leuten und etlichen weiteren Unterstützern begann ein reger digitaler Austausch wie der Vermüllung am besten zu begegnen wäre. Das Ergebnis: Schilder an neuralgischen Stellen mit entsprechenden Hinweisen, dass jeder seinen Müll fachgerecht entsorgen soll. Dabei sollte der erhobene Zeigefinger nicht vordergründig zum Einsatz kommen, denn Verbote helfen selten. Die Gruppe hat sich lieber humorvolle, witzige und zumeist positive Hinweise zu Nutze gemacht, die zum Nach- und Umdenken bewegen.

Nachdem der Inhalt klar war, ging es an die Umsetzung. Eines war wichtig: es sollte nicht noch mehr Müll in Form der Schilder in die Natur eingebracht werden. Also schieden schon einmal die Klassiker wie Aluminium, Kunststoffe u.ä. aus. Auch bei den Druckfarben gibt es derzeit keine umweltfreundlichen haltbaren Farben für den Outdoor-Bereich. Was also tun?


Gelaserte Schilder aus Holz

Am Ende fiel die Entscheidung, dass es Holzschilder werden sollen. Eichenholz, das die Gruppe auf Spendenbasis von der Firma Vater & Sohn aus Retzbach, zur Verfügung gestellt bekommt. Das Holz ist PEFC-zertifiziert und wird als Bastelholz (Abfallprodukt im Sägewerk) in 3m³-Packs abgegeben. Auch das Furnierwerk Fritz Kohl aus Karlstadt unterstützt die Gruppe mit Holzspenden.

Die Bedruckung wurde zugunsten von Lasergravierung aufgegeben. Der Erwerb eines Lasers konnte Dank der finanziellen Unterstützung der Sparkasse MainFranken realisiert werden. So kann die Gruppe die Gravur der Schilder individuell selbst bestimmen und durchführen. Für Nachahmer bietet der BN eine Einführung in die Holz-Lasergravur an. Diese ist ganz einfach und funktioniert mit Bildern und einer kostenlosen App.

Nun hängen Schilder selten in der Luft, sondern brauchen eine Befestigungsmöglichkeit. Hier wird die Gruppe von den Bayrischen Staatsforsten unterstützt, die die Roteichen-Pfosten sponsern.

FESU
Für eine saubere Umwelt

Unsere Projektgruppe will mit originellen Schildern der Vermüllung der Landschaft entgegenwirken und zum Nachahmen animieren. Die Texte der Schilder dürfen gerne verwendet werden.

Das Ganze Projekt ist als Pilot-Projekt zum Nachmachen gedacht. Viele holzverarbeitende Firmen geben kostenlos oder auf Spendenbasis Holzabfälle ab. Auch Förster oder Forstunternehmen kann man um Unterstützung bei der Beschaffung von Pfosten bitten.

Wer jetzt Lust bekommen hat selbst eine FESU Gruppe ins Leben zu rufen, meldet sich bitte bei Erwin Scheiner (erwin.scheiner@t-online.de oder 09353 7177).


Alle Schilder-Sprüche auch zum Download

FESU - Unsere Sprüche

Die erste FESU-Schilder Pilot-Strecke

Ende September 2021 war es dann so weit, alle benötigten Schilder, Werkzeuge und Helfer trafen sich am Main, um die erste Serie von 13 Schildern entlang des Ufers aufzustellen. Während von einigen die Schilder angebracht wurden, sammelten die anderen den vorhandenen Müll ein. Gegrillt wurde natürlich auch, um alle hungrigen Helfer satt zu bekommen. Denn wie ein jeder weiß: „ohne Mampf, kein Kampf“ ;)


Alle angebrachten Schilder


Bauschutt, Grüngut & Co.

Grüngut & Gartenabfälle

Neben allgemeinen und auf Flüsse bezogenen Inhalten, hat die Gruppe auch Serien zu wilden Grüngut- und Bauschutt-Ablagerungen erstellt. Denn es kommt gerade im Frühjahr und Herbst vermehrt dazu, dass Gartenabfälle in Wald und Flur gelangen. Dort vermehren sie sich ungehindert und nehmen heimische Pflanzen die Lebensgrundlage. Leider sind sich viele Gartenbesitzer nicht im Klaren darüber wie sehr sie mit Ihren Gartenabfällen in Flora und Fauna eingreifen. Auch hier sollen die Schilder an neuralgischen Stellen Abhilfe schaffen.

Bauschuttablagerungen

Neben Grüngut ist auch Bauschutt ein immer weiter zunehmendes Problem, gerade in Waldrand-Gebieten. Auch hier hat die Covid-19 Pandemie ihren Teil dazu beigetragen. Der ausgelöste Bau-Boom, der seit Mitte 2020 um sich greift, führt zu einer nie dagewesenen Menge an illegal abgelagertem Bauschutt. Da man hier bereits von vorneherein eine deutlich negative Absicht unterstellen kann, sind die Inhalte der Schilder bei dieser Serie im Allgemeinen etwas deutlicher in ihrer Aussage.



Müll im Leinacher Wald