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Sorge um Altfelder Graben

Die Mainschulterhänge zwischen Kloster Triefenstein und dem ehemaligen Marktheidenfelder Bahnhof sind sowohl in botanischer als auch geologischer Hinsicht ein Juwel. Vier Gräben gliedern den Hangwald: Klingelbachschlucht, Altfelder Graben, Eichenfürster Bach und Welzbachgraben.

16.11.2017

Sorgen bereitet Altfelder Bürgern, wie sie es bei einem Treffen mit Vertretern des BUND Naturschutz darlegten, vor allem ihr Altfelder Graben, dessen Bachbett nahezu komplett trockengefallen ist. Nach Wikipedia, in Kurzform wiedergegeben, ist dies ein knapp drei Kilometer langer Bach, der im Sandstein-Spessart im Naturraum 141.2 Oberwittbacher Spessartvorland auf dem Gebiet der Gemarkung des Marktheidenfelder Stadtteils Altfeld aus zwei Quellästen entsteht: Der südliche Hauptquellast entspringt am Südrand des Altfelder Gewerbegebiets I-II, wird gespeist von einem kleinen Feldgraben auf Höhe der Straße Am Schlossfeld und zieht dann am Nordrand des Gewerbegebietes Altfeld IV entlang. Südlich der Wertheimer Straße vereinigt er sich mit dem zweiten, nördlichen Quellast, der am Rande des Altfelder Siedlungsbereiches zur Gewebezone Am Jöspershecklein entsteht.

Der Verlauf des Baches am Rande der Gewerbeansiedlungen lässt uns nun vermuten, dass ihm durch großflächige Bebauung, ungenügende Regenwasserversickerung, Parkplätze und erschließenden Straßenbau regelrecht das Wasser abgegraben worden ist. Der nach Aussagen Altfelder Bürger einst dauerhaft schüttende Bach führt kaum noch Wasser; der Altfelder Graben ist nun das, was sein Name verspricht: ein Graben! 

Auch den Klimawandel mit seinen unregelmäßigen Niederschlägen kann man nicht für das fehlende Wasser verantwortlich machen, denn gerade 2017 hat es in dieser Region ausreichend Niederschläge gegeben. Allerdings zeigen Aufzeichnungen von Georg Fertig aus Altfeld, dass seit  1975 die Niederschläge in Altfeld tendenziell weniger werden. Umso wichtiger ist es, für ausreichend Versickerungs- und Verdunstungsflächen vor Ort zu sorgen.  

In Anbetracht geplanter weiterer Gewerbegebietsausweisungen im Bereich Söllershöhe fordert der BUND Naturschutz

  • Eine bedarfsorientierte Erschließung des Gewerbegebietes
  • Einen Verzicht auf großflächige Versiegelung von Straßen und Parkplätzen
  • Maßnahmen zur örtlichen Versickerung von Regenwasser zum Schutz der angrenzenden Hangwälder
  • Maßnahmen mit dem Ziel Regenwasser in den Altfelder Graben abzuleiten
  • Den Rückbau versiegelter Flächen in den vorhandenen Gewerbegebieten und Regenwasserversickerung um den Quellästen des Altfelder Grabens wieder Wasser zuzuführen.

Natürlich wäre es für die Natur um Altfeld, für das Landschaftsbild und auch für die Anwohner das Beste auf das neue Gewerbegebiet ( 48 ha entspricht etwa 56 Fußballfeldern) ganz zu verzichten. In der Region sind zur Zeit einige großflächige Gewerbegebiete in der Planung und man muss sich die Frage stellen, welche Betriebe sich hier ansiedeln sollen. Schon jetzt suchen ortsansässige Großunternehmen händeringend Fachkräfte. Bleiben diese aus, werden allenfalls Lagerhallen auf den Flächen entstehen.