„Schwiegermutter-Gift“ E 605 in Baum aus Gemünden nachgewiesen

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) und der BUND Naturschutz in Bayern (BN) haben Nadeln von 17 Weihnachtsbäumen von einem unabhängigen Labor auf Rückstände von knapp 140 Pestiziden untersuchen lassen. Dabei wurde das Labor bei 13 der 17 Bäume umfassenden Stichprobe fündig. Untersucht wurden auch fünf Bäume aus Bayern, die in München, Donauwörth, Gemünden und Abensberg bei Bau- und Gartenmärkten gekauft worden waren.

14.12.2017

In dem Baum aus Gemünden wurden  zwei Pestizide nachgewiesen, darunter der Wirkstoff Parathion-Ethyl, der früher unter dem Handelsnamen E 605 verkauft wurde. Der Einsatz dieses Mittels ist illegal und ist bereits seit 15 Jahren in der EU verboten.

Wir sind besorgt, da unser Weihnachtsbaum-Test zeigt, dass in konventionellen Weihnachtsbaumplantagen weit verbreitet Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt werden“, so Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter. „Weil es dazu aber gute Alternativen gibt und eine Gefährdung für Natur und Mensch so nicht hinnehmbar ist, fordern wir, dass die Pestizidanwendung in den Christbaumkulturen reduziert und mittelfristig eingestellt werden muss“.

„Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie töten und schädigen Bienen und andere Insekten und zerstören auch die Lebensräume anderer Nützlinge“, sagte die BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel.

„Wir werben deshalb zum einen bei Weihnachtsbaum-Anbauer dafür auf Bio- Produktion umzustellen und zum anderen beim Verbraucher zertifizierte Bio- Weihnachtsbäume oder Bäume direkt aus dem Wald vom Förster und Waldbesitzer zu kaufen“, so Ralf Straußberger, BN-Waldreferent. 

 Die untersuchten Weihnachtsbäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden stichprobenartig in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf an 15 Orten im gesamten Bundesgebiet erworben. Nicht zu vernachlässigen sind jedoch auch mögliche gesundheitliche Auswirkungen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten.

Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Am häufigsten wurde mit neun Funden das Insektizid Lambda- Cyhalothrin festgestellt, es gilt als das schädlichste zurzeit in der EU zugelassene Pestizid. Es ist unter anderem akut toxisch, schädigt Nervenzellen und das Hormonsystem, ist giftig für Bienen und Wasserlebewesen und reichert sich in Organismen an. In Weihnachtsbaumplantagen wird es zur Insektenbekämpfung eingesetzt.  Mehr als die Hälfte der getesteten Bäume war mit mindestens zwei Wirkstoffen belastet, ein Baum enthielt sogar Rückstände von vier Pestiziden. In zwei Weihnachtsbäumen wurde auch das umstrittene Totalherbizid Glyphosat nachgewiesen.

 „Wir werben deshalb zum einen bei Weihnachtsbaum-Anbauern dafür auf Bio-Produktion umzustellen und zum anderen beim Verbraucher zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume oder Bäume direkt aus dem Wald vom Förster und Waldbesitzer zu kaufen“, so Ralf Straußberger, BN-Waldreferent. Der BN veröffentlicht deshalb jährlich einen Einkaufsführer mit regionalen Tipps zum Kauf von Weihnachtsbäumen aus Bio-Plantagen oder aus Wäldern.  Im Main Spessart-Kreis sind Bio-Weihnachtsbäume bei Günther Marx in Rieneck und bei  Rainer Ott in Hasloch-Hasselberg erhältlich

Zum BN-Einkaufsführer 2017 für Bio-Weihnachtsbäume:

www.bund-naturschutz.de/fileadmin/Bilder_und_Dokumente/Themen/Wald/Christbaum- Einkaufsliste2017.pdf

Zu den Weihnachtsbaum-Testergebnissen des BUND: www.bund.net/weihnachtsbaumtest

Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden. Am häufigsten wurde mit neun Funden das Insektizid LambdaCyhalothrin festgestellt, es gilt als das schädlichste zurzeit in der EU zugelassene Pestizid. Es ist unter anderem akut toxisch, schädigt Nervenzellen und das Hormonsystem, ist giftig für Bienen und Wasserlebewesen und reichert sich in Organismen an. In Weihnachtsbaumplantagen wird es zur Insektenbekämpfung eingesetzt. In zwei Weihnachtsbäumen wurde auch das umstrittene Totalherbizid Glyphosat nachgewiesen.

 Ansprechpartner:

Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent BUND Naturschutz Bayern, Tel. 0911/81878-22, Mobil 0171/ 738 17 24 E-Mail: ralf.straussberger@bund-naturschutz.de

Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin, Tel.: 0175-4487691, corinna.hoelzel@bund.net; bzw. Annika Natus, BUND-Pressesprecherin, Tel.: 030-27586-464, presse@bund.net, www.bund.net

für den Bereich Gemünden/Main-Spessart: Hartmut Haas-Hyronimus, BUND Ortsgruppe Gemünden/Sinngrund, Tel. 09351/6041053 email  haas-hyr@t-online.de