Zur Startseite
  • Aktuelles
  • Termine
  • Presse
  • Spenden+Helfen
  • Kontakte+Service

Ortsgruppen

  • Home  › 
  • Aktuelles

Katz-und-Maus-Spiel mit einer Biberfamilie

Mein lieber Biber! Im Werntal breiten sich die Biber immer weiter aus. Die überwiegend nachtaktiven Tiere bekommt man zwar kaum zu Gesicht, aber angenagte Stämme, gefällte Bäume, Dammbauten und ihre Wanderpfade lassen erkennen, wo die Tiere in ihrem Revier unterwegs sind, von was sie sich ernähren und wie sie sich verhalten.

19.01.2026

Ein Gelände mit zwei Fischteichen und Schilfzonen entlang der Werntalbahn zwischen Eußenheim und Schönarts war bisher ein weitgehend „biberfreies“ Gebiet. Auf der anderen Seite des Bahndamms liegen die Pechwiesen, die dem BUND Naturschutz gehören. Unter dem Bahndamm verläuft ein Durchlass, der gewährleistet, dass Wasser vom Teichgrundstück in Richtung der Wern abfließen kann. Eines Tages jedoch staute sich das Wasser im Durchlass und zurück auf besagtes Gelände, weil es nicht mehr abfließen konnte. Der Grund: Auf der Pechwiesenseite hatten Biber den Durchlass, der dort noch circa drei Meter in einem Graben und dann unter einem Feldweg hindurch direkt in die Wern mündet, mit einem Damm abgesperrt.

So konnte es nicht bleiben. Was tun? BN-Kreisvorsitzender Erwin Scheiner, Biberberater Gerd Reimer und Heinz Scheid als Verantwortlicher für das betroffene Teichgelände berieten vor Ort die Lage. Um den Abfluss zu gewährleisten, wurde entschieden, den Biberdamm zu entfernen. Aber daraus entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel. Denn kurz darauf waren die Tiere an der selben Stelle erneut am Werk und das Wasser konnte wieder nicht abfließen. So ging das einige Wochen lang, bis der Biberberater einen anderen Vorschlag hatte: Am Durchlass eine Art von Käfig aus Baustahlmatten zu errichten, damit die Tiere nicht mehr an besagte Stelle gelangen können.

Ergebnis: Die Maßnahme wirkt, denn bis jetzt kann das Wasser ablaufen. Die Biber versuchen aber weiterhin, den Durchlass irgendwie abzusperren und stecken Äste in das Metallgestell. Die Situation wird weiter beobachtet.

Auf dem Teichgelände sind die Tiere weiterhin aktiv, wie ihre Spuren zeigen. Vermutlich hat sich dort eine Biberfamilie neu niedergelassen. Einige größere Bäume wurden bereits vor Jahren vorsorglich mit Maschendraht gegen Biberverbiss geschützt und diese Maßnahme nun auf weitere Bäume ausgedehnt. Das ist schon allein aus Sicherheitsgründen wichtig, weil an dem Grundstück entlang ein Radweg und die Bahnlinie im Werntal verlaufen. Hier sollte kein Baum plötzlich umfallen. Die Gleise sind übrigens kein Hindernis für die Tiere, denn sie wechseln zwischen beiden Seiten des Bahndamms hin und her.

 

Bibermaßnahme an der Werntalbahn zwischen Eußenheim und Schönarts: Damit die Biber den Durchlass (rechts) nicht mehr mit einem Damm absperren können, wurde über den Graben ein Metallgestell gebaut. Foto: Heinz Scheid