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Hungrig und gefährdet - Igeln helfen im Frühjahr

Trotz wechselhaftem Frühlingswetter mit kalten Nächten wachen bereits die ersten Igel aus dem Winterschlaf auf. Milde Tage und frühe Gartenarbeiten führen dazu, dass die Tiere aktiv werden – oft zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch kaum Nahrung finden. Wir geben praktische Tipps, wie jeder helfen kann.

02.04.2026

Igel sind anpassungsfähig, was ihren Winterschlaf betrifft. Doch Temperaturschwankungen und häufige Unterbrechungen ihres Schlafs fordern sie stark heraus. Wenn Igel zu früh aktiv werden, finden sie oft kaum Nahrung, denn Insekten und andere Beutetiere sind bei diesen Temperaturen wenig aktiv.

Wer bereits jetzt einen Igel entdeckt, kann aber helfen. Die Tiere haben nach dem Aufwachen zunächst großen Durst. Eine flache Schale mit frischem Wasser im Garten ist eine einfache und wirksame Hilfe. Als Nahrung eignen sich Rühreier, Katzenfutter, getrocknete Insekten oder auch angebratenes, ungewürztes Hackfleisch und gekochtes Geflügelfleisch. Je fettreicher und proteinreicher das Futter, desto besser. Wichtig ist, das Futter an einem geschützten Ort aufzustellen, damit es den Igeln zugutekommt und nicht von anderen Tieren wie Katzen gefressen wird. Zu diesem Zweck stellt der BN aauch eine Bauanleitung für ein Igelhaus zur Verfügung, das als Futterhaus und auch als Unterschlupf verwendet werden kann. 

Neben der Witterung kann auch der Mensch unbeabsichtigt zum Problem werden. Frühe Garten- und Aufräumarbeiten reißen Laub- und Reisighaufen auf, in denen Igel noch schlafen oder sich verstecken. Bitte lassen Sie Laub- und Reisighaufen länger liegen. Das sind sehr wichtige Rückzugsorte für Igel.

Um auf igelfreundliche Gärten aufmerksam zu machen, plant die Ortsgruppe Karlstadt verschiedene Aktionen, erstmals wird sie auf dem Maimarkt in Karlstadt am 17. Mai darüber informieren.

Um mehr über das Verhalten der Igel und ihre frühzeitige Aktivität zu erfahren, läuft derzeit die Igel-Challenge über die Biodiversitätsplattform Observation.org und die dazugehörige die App ObsIdentify. Jeder, der zufällig einen Igel entdeckt, kann den Fund einfach per Foto melden. Seit dem Start der Aktion im Oktober 2024 wurden bereits mehr als 8.400 Igel gemeldet. Die gesammelten Daten liefern wertvolle Erkenntnisse über die Lebensweise und das Verhalten der Tiere, die wiederum für den Schutz der Igel genutzt werden können. Die Igel-Challenge wird von Pro Igel e.V. in Zusammenarbeit mit dem BUND Naturschutz als regionalem Partner organisiert. Weitere Informationen zur Igel-Challenge und zur Meldung von Igel-Beobachtungen finden Interessierte unter www.bund-naturschutz.de/aktionen/igel-challenge

Gerne verweisen wir zum Thema Igel auch auf die Igelstation im Landkreis: In Retzbach betreiben Patricia Behr und Reinhard Fritz seit Jahren die BN Igelstation Retzbach. Wer Fragen rund um den Igel hat, verwaiste Tiere findet oder auch die Arbeit dort unterstützen möchte, kann sich dorthin wenden. Natürlich freuen wir uns auch über Geldspenden an die Igelstation für Futter- und Tierarztkosten.