Umwelt und Heimat bewahren: Bund Naturschutz und Bürgerinitiative fordern Stopp der B26n
Mehr als 1.000 Einwendungen gegen die Westumgehung Würzburg bleiben aktuell
Die Planungen für die Bundesstraße B26n beschäftigen Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Naturschutzverbände seit Jahrzehnten. Bereits im November 2021 reichten der Bund Naturschutz (BN) in Bayern, federführend durch die Kreisgruppe Main-Spessart, die Bürgerinitiative „Bürger und Kommunen gegen die Westumgehung Würzburg (B26n) e.V.“ sowie zahlreiche Verbände, Kommunen und Privatpersonen mehr als 1.000 Einwendungen im Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt ein. Erst Mitte 2026 legte das Staatliche Bauamt seine Antworten auf diese Stellungnahmen vor.
Die sogenannte Westumgehung Würzburg wird bereits seit den 1960er Jahren diskutiert. Vorgesehen ist eine rund 58 Kilometer lange Straßenverbindung vom Autobahndreieck Werneck (A70/A7) bis zur A3 bei Helmstadt. Für das Vorhaben werden derzeit Kosten von mehr als 670 Millionen Euro veranschlagt. Gleichzeitig würde die neue Straße einen Flächenverbrauch von etwa 200 Hektar verursachen.
Der BN und die Bürgerinitiative stellen deshalb das Verkehrsprojekt aus dem vergangenen Jahrhundert grundsätzlich in Frage. „Die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert“, betont Sonja Stahl, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative. „Angesichts von Klimakrise, Artensterben und zunehmender Wasserknappheit in Mainfranken ist ein weiterer Straßenbau, ist die B26n weder sinnvoll noch verantwortbar.“
Besonders gravierend sind die Auswirkungen auf Natur und Landschaft. Wertvolle Lebensräume würden zerschnitten oder zerstört. Betroffen sind unter anderem bedeutende Fledermausvorkommen bei Karlstadt-Heßlar sowie sensible Naturräume wie das Buchental und der Romberg bei Lohr. Allein im 7,8 Kilometer langen ersten Bauabschnitt sollen rund 25 Hektar Boden dauerhaft versiegelt und insgesamt etwa 66 Hektar Fläche in Anspruch genommen werden.
Erwin Scheiner, stellvertretender Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Main-Spessart, verweist auf die erhebliche Betroffenheit geschützter Tierarten. Dazu zählen Fledermäuse, Haselmaus, Feldlerche, Rebhuhn und Wiesenweihe.
„Lebensräume für Pflanzen und Tiere gehen verloren oder werden erheblich beeinträchtigt. Wertvolle Böden und landwirtschaftliche Flächen werden überbaut oder für Ausgleichs- und Begleitmaßnahmen beansprucht“, erklärt Scheiner. „Wer in Zeiten des dramatischen Artenrückgangs und des Klimawandels an der B26n festhält, ignoriert die ökologischen Realitäten unserer Zeit.“








