Neues Umspannwerk im Gebiet von Karlstadt
Eigentlich alles im Sinn der Energiewende und somit für den Klimaschutz. Aber vertragen Natur und Landschaftsbild immer mehr dieser Anlagen, oder wird da nicht bald eine Grenze der Belastbarkeit erreicht? Die Netzbetreiber argumentieren: Weil immer mehr Strom aus Sonne und Wind in der Region erzeugt wird, müsse man das Leitungsnetz erweitern, um die Energie besser verteilen und abtransportieren zu können. Außerdem steigt der Strombedarf (E-Mobilität, Großrechenzentren usw.).
Folge: Neue Strommasten im Landkreis Main-Spessart (z. B. Fulda-Main-Leitung) – samt zusätzlichen Umspannwerken, etwa im Raum Trennfeld und im Gebiet von Karlstadt, wo es um die Verknüpfung zwischen dem 380-Kilovolt- und 110-Kilovolt-Stromnetz in der Region geht. Netzbetreiber Tennet hatte zunächst Gambach als Standort für das neue Umspannwerk ins Spiel gebracht, inzwischen sind auch Karlburg und ein Gebiet zwischen den Erlenbacher und Rettersbacher Höfen als mögliche Standorte im Gespräch.
Bei einem Infoabend von Tennet am 9. Juni in Karlstadt kam es zu einer Protestaktion von Einwohnern aus Gambach, Wiesenfeld, Erlenbach und Rettersbach. Allein aus Gmbach waren weit über 100 Menschen gekommen, um mit Trillerpfeifen und Plakaten vor das historische Rathaus in Karlstadt zu ziehen, wo die Veranstaltung von Tennet stattfand. Im voll besetzten Saal wurden kritische Fragen aus dem Publikum gestellt, etwa zu Landschaftsbild, Bodenversiegelung und der Belastung für Wohngebiete.
Das Unternehmen betonte hingegen die Notwendigkeit des Umspannwerks, das eine Fläche von 30 Hektar hat und 2034 in Betrieb gehen soll. Eine Standortentscheidung dürfte in den nächsten Monaten fallen und schon 2027 soll das Genehmigungsverfahren beginnen.
Auch die Vorstandschaft der Kreisgruppe wird sich in einer ihrer nächsten Sitzungen mit dem Thema befassen.
Heinz Scheid












