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Kleiner Kasten, große Wirkung – Erfolgreich Bäume pflanzen trotz Klimawandel

BUND Naturschutz, Stadt Marktheidenfeld und Landschaftspflegeverband Main-Spessart starten gemeinsamen Versuch am Radweg nach Erlenbach im Bereich Froschäcker.

03.11.2026

Viel Sonne, hohe Temperaturen, kaum bis kein Regen – so lässt sich nicht nur der vergangene Sommer in Unterfranken zusammenfassen. Wie kann es gelingen, trotz zunehmender Hitze- und Dürreperioden gesunde und robuste Bäume hoch zu ziehen? Dieser Frage gehen der BUND Naturschutz Main-Spessart, die Stadt Marktheidenfeld und der Landschaftspflegeverband (LPV) Main-Spessart auf einer Versuchsfläche in Marktheidenfeld nach. Auf einer Ackerfläche soll parallel zum benachbarten Radweg eine Baumreihe mit Walnüssen entstehen. Das Besondere daran: nur die Hälfte der Bäume werden „konventionell“ im Spätherbst als Heister (Jungbäume) in ein Pflanzloch gepflanzt. Die andere Hälfte soll mit der sogenannten „Affoltertechnik“ gesetzt werden. Diese Pflanzmethode setzt auf eine optimal vorbereitete Pflanzfläche und in verrottbaren Pflanzpatronen gezogene, kleine Baum-Sämlinge statt Gießen und häufige Pflege. Die Methode stammt ursprünglich aus dem Waldbau und wurde von Gerd Meyer und Johannes Wagner von der PflanzNatur GmbH aus dem Altmühltal mittlerweile erfolgreich auch auf den Streuobstanbau und Pflanzungen im Offenland übertragen. Bei einem gemeinsamen Ortstermin Mitte Oktober führte Wagner VertreterInnen von BUND-Naturschutz, Landschaftspflegeverband, Unterer Naturschutzbehörde und der Stadt in Bau und Anlage der Affolter ein. Die dafür notwendigen, auffälligen 1,25 m² großen Holzkästen errichteten Ehrenamtliche der BN-Ortsgruppe im Anschluss auf dem Acker in Marktheidenfeld.

Sie werden nach und nach mit Streu, Laub und Totholz gefüllt. Die Pflanzung in die Affolter erfolgt erst im nächsten Frühsommer. Das über den Winter entstehende Bodenmilieu und spezielle Kleinklima inklusive Beschattung und Feuchte speicherndem Totholzanteil sorgt für bestmögliche Wachstumsbedingungen auch in Zeiten andauernder Hitze und Trockenheit. Für die zukünftige Baumreihe haben neben der Stadt Marktheidenfeld, auch zwei Privateigentümer und der bewirtschaftende Pächter Ackerfläche zur Verfügung gestellt. Um die Nussbäume herum soll ein dauerhafter, artenreicher Grünstreifen entstehen. Betreut wird das Projekt von der BN-Ortsgruppe Marktheidenfeld, der LPV Main-Spessart ist als fachliche Begleitung und Antragssteller für die Förderung mit im Boot. Die Pflanzung wurde im Rahmen des Projektes „HeckenReich Unterfranken – Lebensadern für Mensch und Natur“ mit Bundesmitteln gefördert.

Landwirte, Kommunen oder private Flächeneigentümer, die an Pflanzmaßnahmen interessiert sind, können sich an den Landschaftspflegeverband Main-Spessart e.V. wenden:

E-Mail: Landschaftspflegeverband@Lramsp.de

Telefon: 09353/793-1866

Mehr Informationen zum Projekt: HeckenReich Unterfranken – Hecken- & Baumreihenförderung

Text: Charlotte Pohse, Landschaftspflegeverband