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Der Affolter in Marktheidenfeld wurde bepflanzt

Im Rahmen des 6. Runden Tisches „Die Vielfalt macht’s - Lebendige Grünflächen für Kommunen“ wurde im vergangenen Herbst nach einem Theorieinput eine Versuchsfläche in Marktheidenfeld am Südring angelegt.

28.05.2026

Auf Einladung des BUND Naturschutz Main-Spessart (BN) kamen etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachgebieten und Regionen damals zu diesem 6. Runden Tisch. Schwerpunktthema war die Problematik von Gehölzpflanzungen und deren Pflege in Zeiten zunehmender Trockenheit. Dazu stellten der Baumschulgärtner Gerd Meyer und der Forstfachmann Johannes Wagner ihr Konzept vor. Dieses lehnt sich an die Methoden aus dem Waldbau an, wobei mehrere Jungpflanzen verschiedener Baumarten auf einer vorbereiteten Fläche (dem Affolter) in verrottbaren Pflanzpatronen, dem sogenannten "Altmühltaler Pflanztopf", eingesetzt werden. Der stärkste Trieb wird gefördert, die anderen konkurrierenden werden nach wenigen Jahren entfernt. Und das Gießen der Fläche ist grundsätzlich verboten. So werden Gehölze angeregt ihre Wurzeln nach unten hin tief zu wasserführenden Schichten auszubilden, was eine Grundvoraussetzung ist, um auch alt zu werden. 

Im Rahmen des Runden Tisches wurde bereits die Versuchsfläche angelegt indem der sogenannte Affolter erstellt wurde: aus Brettern und Totholzstämmen, hier etwa ein bis zwei Quadratmeter groß, zimmerte Johannes Wagner einen Rahmen, in den er weitere Totholzstämme und Laub einbrachte, dem Waldboden nachempfunden. Seitdem hieß es warten, denn das Laub sollte sich zersetzen, das Bodenleben angeregt, die Bodenstruktur verbessert werden. Pflanzziel war das ausgehende Frühjahr, wenn die Vegetationsperiode beginnt und auch Wurzelwachstum stattfindet. 

Nun war es so weit: Gert Meyer und Johannes Wagner haben den Affolter bepflanzt:  die beiden wählten dafür eine Königsnuss, eine Schwarznuss, zwei Esskastanien und diverse Begleiter aus. Bei der Pflanzung fiel bereits auf, dass sich die Bodenfeuchte im Affolter stark von der außerhalb unterschied. Auch die Bodenstruktur wies innerhalb schon ein extrem hohes Porenvolumen auf, sodass die Pflanzen mühelos mit dem Spaten oder dem Bohrer gesetzt werden konnten. Ein Nebeneffekt: rund um das Totholz hat sich bereits allerlei Leben eingestellt, so wurden hier Ameisen und auch Spitzmäuse im Affolter beobachtet.

Mit Spannung wird der BN die Versuchsfläche beobachten und überprüfen, ob wie angekündigt die Pflanzen nach etwa fünf Jahren einen verschulten Straßenbaum in der Höhe eingeholt haben– ganz ohne Gießen und ohne Dünger.

Seit 2020 organisiert der BUND Naturschutz Main-Spessart im Rahmen seines Umweltbildungsprojektes einen Runden Tisch Lebendige Grünflächen für Kommunen.  Eingeladen sind Kommunalvertreter*innen, Mitarbeitende in den Bauhöfen und Grünkolonnen, aber auch alle weiteren Interessierte sich über neue Ansätze in der Grünflächenpflege zu informieren, Erfahrungsberichte zu hören und im Austausch kollegial zu beraten.

Weitere Informationen

Fotos Conni Schlosser