Ortsgruppe Gemünden/Sinngrund

Schachblume
Schachblume

 

 

Willkommen in der Ortsgruppe Gemünden

 

Hier gelangen Sie zu den Seiten der Ortsgruppe Gemünden bei facebook

 

 

 


Vorstandschaft der Ortsgruppe Gemünden-Sinngrund

1. Vorsitzender: Hartmut Haas-Hyronimus, 97737 Gemünden, 09351/6041055, email
2. Vorsitzender: Thomas Müller, Gemünden
Kassier: Karl Seufert, Gräfendorf
Schriftführer:  Matthias Ruppert, Langenprozelten
Kassenprüferin: Andrea Gessner, Gemünden
Beisitzer: Ronald Illing, Gemünden, Christian Ruppert, Rieneck, Oliver Kaiser, Gräfendorf, Katharina Ruppert, Gemünden


Repair-Cafe öffnet wieder - Aktiventreffen

Am Donnerstag, den 11. Januar um 17:00 öffnet erstmals im neuen Jahr das Repair-Café des Bund Naturschutz im Musumscafé des Huttenschlosses, Frankfurter Str. 2. Es bietet Hilfe zur Selbsthilfe bei der Reparatur defekter Elektrogeräte und Fahrräder unter fachlicher Begleitung in geselliger Runde bei Kaffee und Kuchen. Außerdem werden auch PCs und Zubehör angenommen, die in erster Linie - nach Löschung aller Daten und Installation eines neuen, sicheren Betriebssystems - an Personen weitergegeben werden sollen, die keinen PC haben oder sich keinen leisten können. 

Die ehrenamtlichen Helfer erwarten keine Vergütung, Ersatzteile bzw. neue Materialien müssen jedoch von den Besuchern des Repair-Cafés selbst erworben werden. Sie sind auch selbst verantwortlich für die ordnungsgemäße Entsorgung oder Beseitigung von defekten oder funktionsuntüchtigen Gegenständen, die nicht repariert werden können.Nähere Auskünfte erteilt die Ortsgruppe Gemünden des Bund Naturschutz, c/o Hartmut Haas-Hyronimus, Tel. 09351/6041053

Anschließend, um ca. 19:30, findet am gleichen Ort ein Aktiventreffen der Ortsgruppe Gemünden/Sinngrund des Bund Naturschutz statt. Hierzu sind alle Mitglieder der Ortsgruppe, aber auch Nichtmitglieder, die sich für die Arbeit des Bund Naturschutz interessieren und sich einbringen wollen, herzlich eingeladen.

Der BUND Naturschutz würde sich freuen, wenn seine Teams noch von weiteren Fachleuten unterstützt werden, die ihr Wissen und Know How einbringen wollen. Ansprechpartner ist Hartmut Haas-Hyronimus, Tel: 09351/6041053, von der Ortsgruppe Gemünden.


Glyphosphatverzicht: BUND Naturschutz appelliert an Christbaumzüchter

In einem Schreiben hat sich der BUND Naturschutz Main-Spessart (BN) an die Interessengemeinschaft der Jungweihnachtsbaumanbauer gewandt. In Anbetracht der  jüngsten Meldungen über das verbreitete Insektensterben und dem Rückgang der Vogelpopulationen hält der BN den Verzicht auf einen Einsatz von Herbiziden, vor allem auf der Basis von Glyphosat, für dringend notwendig.

Der BN sieht in dem exzessiven Einsatz von Herbiziden und Pestiziden einen der Hauptgründe für das Insektensterben und die damit einhergehende Nahrungsknappheit bei Singvögeln. Zudem ist nach Auffassung des BN der Einsatz von Glyphosat nicht länger zu verantworten.

Der Glyphosateinsatz in Weihnachtsbaumkulturen hat in den letzten Jahren zu mehreren Kontroversen in und um das "Christbaumdorf" Mittelsinn geführt. Eine Bürgerinitiative in Burgsinn hatte z.B. den Marktgemeinderat auf zunehmende Krebsfälle im Sinngrund, auf Bienenvölker, die nach Spritzmitteleinsatz eingegangen seien und auf das Gift Atrazin hingewiesen, das in früheren Trinkwasseruntersuchungen nachgewiesen worden sei. Der BN hält es für nicht ausgeschlossen, dass dieses seit Jahrzehnten nicht mehr verwendete Gift durch die in den Herbiziden als Hilfsstoffe eingesetzten Netzmittel freigesetzt worden ist. 

Zudem sieht der BN in diesen Netzmitteln auch eine ernsthafte Bedrohung für die Amphibien in den betroffenen Bereichen. Sie sind nach seiner Einschätzung für diese noch wesentlich gefährlicher als Glyphosat selbst und auch in Herbiziden enthalten, die andere Wirkstoffe als Glyphosat aufweisen. 

Der BN sieht in einem Verzicht auf Glyphosat haltige Herbizide sogar eine Chance für den Weihnachtsbaumanbau in der Region.  Die mechanische Unkrautbekämpfung hat sich bewährt und erweist sich inzwischen auch als wirtschaftlich vorteilhafter als der konventionelle, von Spritzmitteln abhängige Anbau von Weihnachtsbäumen. Ein Christbaumdorf, das sich auch noch als nachhaltig wirtschaftend bezeichnen kann, hätte bei der Vermarktung wesentlich bessere Chancen und könnte auch mit einer Unterstützung des BN rechnen. 


Wildpflanzengarten Gössenheim - ökologisches Kleinod in Gefahr

Bienenragwurz
Bienenragwurz
Purpurorchidee
Purpurorchidee
Schlingnatter
Schlingnatter
Trassenkorridore
Südlink Trassenkorridore

Was ist die Ausweisung eines Naturschutzgebiets noch wert?

"Wildpflanzengarten" klingt von vornherein paradox. Ein Garten? Viele verstehen darunter eine gepflegte Anlage, die nach bestimmten Regeln der gärtnerischen Kunst angelegt wurde. "Wildpflanzen" hingegen entwickeln sich in einer freien ungezwungenen Natur, wo sie ohne menschlcihes Eingreifen gedeihen. Es ist jedoch möglich, die Gegensätze, die der Ausdruck Wildpflanzengarten birgt, in Einklang zu bringen.

In einer Zeit der technisierten Landwirtschaft, wo mit allen erdenklichen Mitteln die Flur von jedem nicht Gewinn bringenden Gewächs frei gehalten werden muss, in der Zeit der chemisch gesäuberten Großanbauflächen sind etliche Pflanzenarten, die die Felder unserer Großväter beherrschten, vom Aussterben bedroht. Diesen Pflanzen gibt der Wildkräutergarten ein Refugium. So wachsen hier noch das Bilsenkraut, der Stechapfel, die lilafabenen Kelche der Kornrade und inzwischen auch reiche Vorkommen seltener Orchideenarten wie dem Mückenhändelwurz, dem Sumpfragwurz und der Purpurorchidee. An zum Teil neu eingerichteten Trockenmauern wachsen Mauerpfeffer, Fetthenne, Fingersteinbrech und Osterluzei und inzwischen selten gewordene Tiere wie die Schlingnatter, der Wendehals und der Neuntöter fühlen sich hier wohl.

Der Wildpflanzengarten erstreckt sich auf ungefähr 3 ha am Südhang des sog. Ölgrunds, mitten in zum Teil neu angelegten Weinbergen unterhalb der Burgruine Homburg, nahe bei Gössenheim im Landkreis Main-Spessart. Dank seiner günstigen Lage ist er von vornherein ein Paradies für Pflanzen und Tiere. Wie die wenigen noch verbliebenen Terrassen es bezeugen, handelt es sich um eine ehemalige Weinbergslage. Wegen des äußerst mageren, steinigen Bodens  und der zu geringen Erträge wurde der Weinbau aufgegeben, Obstbäume wie Apfel-, Zwetschgen, Kirsch- und Nussbäume wurden vernachlässigt. An der oberen Grenze, am Wegrand, entstand eine dichte Hecke, die eine kaum vorstellbare Vielfalt  an Hölzern birgt.

Doch gerade durch dieses paradiesische Fleckchen Erde verläuft nun ein Trassenkorridor des "Südlink" Ein Höchstspannungs-Gleichstrom-Erdkabel soll den Süden Deutschlands mit Strom versorgen. Das bedeutet: Eine Großbaustelle mit Erdbewegungen wie für eine neue Bundesstraße - einem Graben von bis zu 20 m Breite und 3 m Tiefe - durch den das Naturschutzgebiet an der Homburg zerschnitten und im Gebiet des Trassenkorridors tiefgründig zerpflügt und plattgewalzt wird. Von den Betreibern wird versichert, man werde den Verlauf des Erdkabels nach Beendigung des Bauvorhabens nicht mehr sehen. Vor allem wird aber von den Naturschätzen, die in diesem kleinen Paradies noch gedeihen, nichts anderes übrig bleiben als ein langweiliger Streifen Acker, der selbst für die Landwirtschaft nicht mehr taugt.

Derartige Zerstörungen in einem Naturschutzgebiet - wie ist das möglich? Von den Netzbetreibern wird angeführt, dass durch das Gebiet an der Homburg bereits eine Gasleitung verläuft, die für das Areal eine Vorbelastung bedeutet. Bei der Festlegung der Trassenkorridore sei jedoch die "Bündelung" von Versorgungsleitungen ein Maßgabe, die dem Naturschutz übergeordnet sei.

Schlüssiger jedoch ist jedoch die Vorgabe, dass "Raumwiderstände" möglichst umgangen werden sollten. Was das bedeutet, zeigt sich an der aktuellen Diskussion um die Trassenführung: Dass nämlich unter "Raumwiderständen" vor allem bürgerlicher Widerstand zu verstehen ist und der geringste Widerstand im Main-Spessartkreis anzutreffen war. Somit ist der Verlauf der Südlink-Trasse wohl vorgezeichnet - ohne Rücksicht auf Verluste.

 

November 2016