Winter

Gute Wahl beim Christbaumkauf

BN empfiehlt regional und ökologisch erzeugte Christbäume

Der BUND Naturschutz in Bayern (BN) wirbt bei Verbrauchern dafür, regional und ökologisch erzeugte Christbäume zu kaufen. Etwa 24 Millionen Christbäume werden dieses Jahr die deutschen Wohnzimmer zu Weihnachten schmücken. Ein großer Teil davon wird in der Region Main-Spessart aus dem Sinngrund kommen, wo die Anpflanzung von Weihnachtsbäumen schon lange Tradition hat und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist.

Dabei haben es die einheimischen Christbäume nicht leicht. Wegen der niedrigen Transportkosten ist das Geschäft mit den Christbäumen „grenzenlos“ geworden, zum Nachteil der heimischen Waldbesitzer und regionalen Christbaumerzeuger. Wenn die Christbäume zum Verkauf bereit stehen, haben viele von ihnen bereits hunderte Straßenkilometer hinter sich. <s> </s>

Der BN empfiehlt deshalb prinzipiell, einen Weihnachtsbaum aus der Region zu kaufen. Am umweltschonendsten erzeugt wären eigentlich heimische Nadelbäume aus den hiesigen Wäldern, die auch im Rahmen der regulären Waldpflege anfallen. <s> </s>

Seit ein paar Jahren will bei den Mitgliedern des BN Main-Spessart jedoch keine rechte Weihnachtsstimmung aufkommen.  Grund dafür ist die Entwicklung der letzten Jahre: Auf  an die 2000 Hektar ist im Sinngrund  und seinen Nebentälern die Fläche von großflächigen Christbaum-Monokulturen angewachsen, die teilweise mit enormen Mengen von Pflanzenschutzmitteln behandelt werden, hauptsächlich Herbiziden mit dem Wirkstoff Glyphosat. Dabei steht Glyphosat massiv in der Kritik, weil es die Weltgesundheitsorganisation als möglicherweise krebserregend einstuft.  „Auch wenn die festgestellten Belastungen als nicht akut gesundheitsschädlich einzustufen sind, können Pestizidrückstände mit den Ausdünstungen der ätherischen Öle in die Raumluft gelangen“, so Tomas Brückmann, BUND-Pestizidexperte. 

Unabhängig von einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung der Menschen bedeuten derartige Pestizidausbringungen eine Belastung für den Naturhaushalt, insbesondere eine Gefährdung der Amphibien, die auf ihren Wanderungen die Christbaum-Monokulturen durchqueren müssen. Hierbei gehe die Belastung weniger vom Glyphosat selbst, als von den in den Herbizid-Mixturen enthaltenen Netzmitteln aus, die die Zellwände der Pflanzen für die Wirkstoffe durchlässiger machten, aber für  Kröten und Frösche oft tödlich seien. Davon sei keineswegs nur die „Roundup“-Produktpalette der Fa. Monsanto  betroffen. Abhilfe schaffen könnte deshalb kein Austausch, sondern nur ein vollständiger Verzicht auf Herbizide. Alternativen zum Herbizideinsatz gebe es genug, etwa der Anbau resistenter Baumsorten oder die Beweidung durch Shropshireschafe. Beim BUND Naturschutz ist man gerne bereit, mit Erzeugern, die einen Weg ohne Agrarchemie einschlagen wollen, zusammenzuarbeiten und sie bei der Vermarktung zu unterstützen.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, besorgt sich gleich einen Bio-Weihnachtsbaum. Erfreulicherweise gibt es solche Bio-Weihnachtsbäume zu vernünftigen Preisen auch in Main-Spessart, z.B. bei Rainer Ott, Naturland, Hasloch-Hasselberg  oder bei Marx GmbH, 97794 Rieneck, www.bio-weihnachtsbaeume.com.

Wer sich nicht sicher ist, ob sein Weihnachtsbaum frei von Pflanzenschutzmitteln ist, sollte zumindest die Zweige nicht im eigenen Gemüsegarten, z.B. zum Abdecken frostempfindlicher Pflanzen, verwenden. Dringend rät der Bund Naturschutz vom Verheizen der Zweige, etwa im heimischen Kachelofen, ab. Dabei könnte ein Giftcocktail entstehen, der wesentlich gefährlicher sei als die Pflanzengifte selbst.

Für Rückfragen:

Erwin Scheiner, Vorsitzender, BUND Naturschutz Main-Spessart, 09391/8892

Dr. Ralf Straußberger, Waldreferent BUND Naturschutz Bayern, Tel. 0911/81878-22, E-Mail: ralf.straussberger@bund-naturschutz.de


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