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Gut versteckt im Winter - Naturschützer suchen Quartiere von Salamandern

Feuersalamander sind wechselwarm. Das bedeutet sie sind stets so warm wie ihre Umgebung. Wird es im Spätherbst kühler, verlassen die nachtaktiven Tiere ihre Tagesverstecke unter Totholz, Moos oder in Mauerritzen, um frostfreie Winterquartiere aufzusuchen.

12.01.2023

„Feuersalamander teilen sich Höhlen oder stillgelegte Schächte häufig mit anderen Über­win­ter­­ungs­gästen wie Fledermäusen“, berichtet Biologin Jacqueline Kuhn vom Bund Natur­schutz der Kreisgruppe Miltenberg, die das Artenhilfsprogramm für den Feuersalamander im Spessart koordiniert. Beliebte Rückzug­s­orte für die Salamander im Winter sind auch nicht mehr ge­nutzte Was­ser­versorgungsanlagen, Wasserbehälter, alte Brunnen und Eis-, Ge­wölb- oder Bier­­keller.

Ist das Winterquartier bezogen, gilt es in der Regel auszuharren und auf den Frühling zu warten. Immer wärmer werdende Winter bringen aber auch die Salamander durcheinander. So kann es zuweilen passieren, dass man plötzlich bei Regen und frühlingshaftmilden Temperaturen mit­ten im Dezember auf Feuersalamander trifft. „Als Naturfotograf bin ich viel draußen unterwegs, oft auch bei Nacht und im Regen“, erzählt Andreas Schneider, der das Artenhilfsprogramm ehren­­amtlich unter­stützt. „Eher zufällig bin ich auf diese alte Mauer aufmerksam geworden“, ergänzt der Naturschützer, der bei seinen nächtlichen Spaziergängen kürzlich auf ein Quartier von Sala­man­dern gestoßen ist. 

Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung nehmen die Biologin und der Naturfotograf die alte Sand­steinmauer genauer unter die Lupe. Und tatsächlich, tief in den Ritzen versteckt lässt sich das gelb-schwarze Muster eines Salamanders erkennen und der Fund dokumentieren. Sind die Mauern in den Hang gebaut, und tief mit Löchern und Gängen von Kleinsäugern wie Mäusen durchzogen, bieten sie den Salamandern auch im Winter Schutz vor Kälte und Frost.

„Bisher kennen wir nur wenig Winterquartiere von Feuersalamandern im Spessart“, erzählt die Biologin. Im Rahmen des Artenhilfsprogramm sollen diese jedoch erfasst, geprüft und gege­benenfalls optimiert werden. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, zufällige Funde mit Foto und Koor­di­na­ten an feuersalamander@bn-miltenberg.de zu melden.

Hintergrundinformationen Artenhilfsprogramm „Feuersalamander in Bayern“

Seit März 2021 arbeiten die Verbände BN, LBV und LARS in dem Artenhilfsprogramm „Feuersalamander in Bayern“ zusammen, um diese versteckt lebende und gefährdete Art besser zu schützen. Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) zählt zu den zwanzig in Bayern heimischen Amphibienarten und Deutschland ist in hohem Maße für diese Art verantwortlich. Der auffallend gelb-schwarz gefärbte Schwanzlurch ist auf saubere Bachläufe mit Auskolkungen und Ruhig­wasserbereichen angewiesen und setzt dort seine voll ent­wickelten Larven ins Wasser ab. Ansonsten lebt er tagsüber verborgen in Laub- und Laubmisch­wäldern und wird erst nachts zur Nahrungssuche aktiv. 

Mit dem Artenhilfsprogramm sollen die Lebensbedingungen der Feuersalamander verbessert werden. Denn die Salamander sind durch eine sich seit Mai 2020 ausbreitende Pilzerkrankung hoch bedroht. Im Projekt wird nach Ausbruchsorten des Chytridpilz „Bsal“ gesucht und durch strikte Hygienemaßnahmen die weitere Ausbreitung zu verhindern versucht. Außerdem sollen Lebensraumverbesserungen von Laichhabitaten durchge­führt, Salamander-Gumpen geschaf­fen, Winterquartiere optimiert, geeignete Flächen angekauft und die Öffentlichkeits­arbeit aus­geweitet werden.

Das Projekt wird durch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des Bayerischen Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert und hat eine Laufzeit von März 2021 bis August 2024.

Mehr Informationen zum Projekt:

https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/amphibien/schwanzlurche/feuersalamander
https://www.lbv.de/news/details/artenhilfsprogramm-feuersalamander-in-bayern/