Lebensraum der Zauneidechse bedroht

Die Gemeinde Kreuzwertheim plant in Unterwittbach am Bocksberg ein Gewerbegebiet. Hier kommen auf der ehemaligen Kirschplantage, heute Flächen des UL, Zauneidechsen vor, deren Lebensraum bei der Ausweisung eines Gewerbegebietes bedroht ist.

 

 

02.08.2017

Der bayernweite Flächenverbrauch geht ungebremst weiter. Täglich werden in Bayern 13,1 ha Freiflächen für Straßen- und Siedlungen verbaut, das entspricht in etwa 18 Fußballfeldern (Stand 2015). Der Flächenverbrauch ist eines der größten Umweltprobleme unserer Zeit: Durch den Flächenverbrauch verlieren wir nicht nur wertvolle Biotopflächen, sondern unmittelbar fruchtbaren Boden – und das dauerhaft. Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Mittlerweile sind landwirtschaftliche Nutzflächen sehr knapp.

Boden wird verdichtet und versiegelt , Lebensräumen für Flora, Fauna und Flächen für die Erholung gehen verloren, die Landschaft wird zerschnitten, das Landschaftsbild beeinträchtigt, die Wasserversickerung wird reduziert, die Gefahr von Hochwasser steigt, das Kleinklima verändert sich.

Nun will die Gemeinde Kreuzwertheim in Unterwittbach am Bocksberg ebenfalls ein neues Gewerbegebiet  ausweisen. Hier gehen nicht nur wertvolle landwirtschaftliche Flächen verloren, sondern hier ist obendrein der Lebensraum der Zauneidechse bedroht, die am Bocksberg – insbesondere auf den Flächen der Glaubensgemeinschaft Universelles Leben (ehemalige Kirschplantage) - vorkommt. Die Zauneidechse gehört zu den in Deutschland besonders und streng geschützten Reptilienarten. Sie genießt einen vergleichsweise hohen rechtlichen Schutzstatus (streng geschützt und im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet) und unterliegt dem Paragraphen 44 des Bundesnaturschutzgesetzes.

Früher war die Zauneidechse fast überall entlang von Säumen, Hecken und selbst auf Zäunen regelmäßig zu sehen, denn eigentlich ist sie in Bezug auf ihren Lebensraum recht anspruchslos. Doch mit dem Verschwinden  von Säumen an Waldrändern und unbefestigten Wegen, von Heckenlandschaften, Ackerrainen und ähnlichem verschwindet die Zauneidechse heute zunehmend. Umso erfreulicher, dass ihr am Bocksberg noch geeignete Lebensräume zur Verfügung stehen.